Herzlich willkommen zur ersten Ausgabe von FLASHED!, wo ich euch Spiele vorstelle, die ihr nach dem Lesen des Artikels sofort austesten könnt. Weil es Flash-Spiele sind, die ihr in eurem Browser spielt. Natürlich werde ich nicht jeden Mist vorstellen, sondern die wahren Perlen, die sogar locker einen Konsolen- (oder zumindest Download-) Titel darstellen könnten.
Und ich beginne diese Serie mit einer Serie. Nämlich mit SHIFT, einer vierteiligen Spielereihe von Puzzle-Plattformern, die eindeutig von Valve’s Hit „Portal“ inspiriert sind.

SHIFT hat, wie bereits erwähnt, vier Teile, die voller knackiger Rätsel stecken und sogar von einer durchgehenden Handlung verbunden werden. Allerdings ist diese recht konfus gehalten: Man weiß, WER dort WAS macht, aber nicht, WIESO.
Aber fangen wir mit dem ersten Teil an:
Sobald man das Spiel gestartet hat, findet man sich in einem, in schwarz/weiß gehaltenen, Raum wieder, wird als „Subject 32763“ begrüßt und bekommt erklärt, dass man sich nun in SHIFT, dem etwas anderen Plattformer befindet und doch bitte die Pfeiltasten zum bewegen benutzen soll. Natürlich ist das der Start eines Tutorials, in dem die Steuerung erklärt wird. Dass man mit Space über Stachelgruben springt, dass man Schlüssel zum Bewegen spezieller Plattformen benötigt…und schließlich die wichtigste Regel des Spiels: „Sometimes the only thing left to try is SHIFT!“
Dem geneigten Spieler wird sofort klar, dass damit das Betätigen der Shift-Taste auf der Tastatur gemeint ist. Und sobald man das tut wird einem der Clou an SHIFT’s Gameplay klar…

Denn sobald der namensgebende Knopf gedrückt ist, sinkt unser Held nicht nur in den Boden ein, sondern der gesamte Level wird umgedreht. Um diese Mechanik wurden viele Rätsel gebaut, bei denen man oft um die Ecke denken muss.
Und nachdem er das shiften gelernt hat, wird dem Spieler auf nette und dezente Weise noch etwas beigebracht:
„Did I forget to tell you that you’re being timed? Better hurry up if you want to make it to that High Score List!“
Das ist etwas, was mir an SHIFT ebenfalls so gut gefällt: Der Humor. Teilweise richtig schön schwarz und immer mit Erinnerungen an Portal verbunden. Überhaupt erinnert viel an Valve’s Bestseller. Teilweise sogar vom Entwickler beabsichtigt. So liest man in einem Level beispielsweise „Now you’re thinking with shifting!“, in einem anderen wiederum „The timer is a lie!“
Und auch das Ende erinnert an Portal: Nachdem man alle Aufgaben gemeistert hat, soll man im nächsten Raum mit einer Trophäe belohnt werden. Die steht dann auch wirklich da. Sobald man freudig auf sie zurennt, fällt man allerdings in ein Loch und soll von jemand später gerettet werden. Stattdessen kommt allerdings eine Wand aus Stacheln von links, die dem Helden einen frühen Tod beschert…
Aber wozu gibt es Fortsetzungen?

SHIFT 2 beginnt da, wo der erste Teil aufgehört hat. Nur mit zwei kleinen Änderung: Erstens spielt man nicht mehr die Hauptfigur des ersten Teils, sondern eine weibliche Figur (die sich im dritten Teil als die Ehefrau der ersten Figur entpuppen sollte) und zweitens geht nach dem Erscheinen der Stachelwand etwas schief: Kurz bevor die Stacheln die Heldin durchbohren können, fällt der Raum auseinander und eine Tür wird sichtbar, die angeblich in den „Schlangengrubenraum“ führen soll. Doch natürlich glaubt man das nicht und kommt prompt in ein neues Tutorial, in dem einem mitgeteilt wird, dass es keine Hilfetexte geben wird und dass nicht verraten wird, dass man mit Space springt. Nach einem weiteren Raum, in dem sich die Aussage, dass es diesmal keinen Timer gibt als Lüge herausstellt, findet man sich in einer seltsamen Situation wieder: Die Ausgangstür hängt an der Wand!

Und auch wenn einem empfohlen wird, einfach aufzugeben, springt man einfach auf den auffälligen Pfeil, und:

Jap, diesmal gibt es noch mehr Ecken, um die man herumdenken muss.
Ebenfalls neu sind karierte Felder, die man mit Glühbirnen zum Verschwinden bringen muss:

Diese neuen (und natürlich auch alten) Elemente kombiniert SHIFT 2 wieder zu unglaublich fordernden und auch humorösen Rätselräumen. So besagt ein Text in einem recht kniffligen Raum, dass man diesen in einer gewissen Zeit erledigen muss, sonst wird man zum Titelbildschirm zurückgeschickt. Sobald die Zeit allerdings abgelaufen ist, wird nur ein Achievement freigeschaltet (ja, es gibt Achievements!) und der Text ändert sich in „Haha, just kidding!“
Und dann gibt es da noch das Ende…es mag vielleicht wie das Ende des erstens Teils wirken, aber ein kleiner Tipp, wenn ihr die Trophäe haben wollt: Rechts ist nicht immer die rechte Richtung…
Und wenn man es wirklich geschafft hat, die Trophäe zu kriegen, schaltet man wieder ein Achievement frei. Es gibt insgesamt sieben und wer 4 bzw. alle freischaltet, bekommt zur Belohnung Bonusmaterial. Aber immer dran denken: The CC is a lie!
Kommen wir nun zu…

Wieder findet man sich im selben Raum wie schon in SHIFT 1 wieder, nur dieses Mal mit einem neuen Charakter. Wieder startet ein Tutorial, nur diesmal ist neu, dass man Türen nicht mehr automatisch betritt, sondern den „Oben“-Pfeiltaste drücken muss, um einzutreten. Aber ansonsten ist alles wie beim Alten? Anfangs sieht es so aus. Bis man im dritten Level, kurz vor der Ausgangstür, von einer Explosion überrascht wird, die nicht nur ein wenig Programmcode, sondern auch eine weitere Tür offenbart. Sobald man dann durch diese tritt…

…findet man sich in einem Raum wieder, im dem sich zwei Items befinden, von denen man allerdings nur eines aufheben kann. Und sobald man dieses eine Item, den PDA, aufnimmt, offenbart sich die größte Neuerung von SHIFT 3: Man wird nicht mehr stur durch irgendwelche Räume geleitet, sondern hat eine ganze Karte zu erkunden. Und auf dieser finden sich ein paar interessante Zeitungsartikel. Wozu diese Zeitungsartikel gut sind? Nun, erstens erzählen sie die Hintergrundgeschichte der SHIFT-Spiele und zweitens sind auf sie kleine Notizen gekritzelt, die später nützlich sein werden.
Und da man diese Zeitungsartikel braucht, der Weg zu diesen teilweise versperrt ist und manche Schlüssel Türen in anderen Räumen öffnen, gibt es in SHIFT 3 eine Menge Backtracking. Das, und das erneute Freischalten von Achievements und geheimen Charakteren motiviert sehr.
Allerdings wurde keine neuen Elemente eingebaut, die sich direkt auf die Rätsel auswirken. Schlüssel, Glühbirnen und gravitationsändernde Pfeile sind weiterhin da, aber das war’s auch schon. Neue Rätselelemente gibt es erst in…

Man beginnt…auf dem Mond. Besser gesagt, in der Mondbasis des irren Wissenschaftlers, der die Familie gefangen hält. Man startet als Sohn und muss erstmal die Eltern finden.
Anfangs mutet alles recht klassisch an, wie aus dem dritten Teil bekannt: Schlüssel finden, Schwerkraft ändern und natürlich shiften. Die neuen Gameplay-Elemente kommen ins Spiel, wenn man die Mutter findet. Denn ab dann kann man jederzeit zwischen den zwei Charakteren wechseln. So muss Mutti z.B. vor einem Schalter stehen bleiben, damit ein rotierendes Schloss eine Plattform für den Sohn bildet.

Nachdem man die Mutter gefunden und zum Wrack der Rakete zurückgebracht hat, soll man auch seinen Vater finden. Seine Position wird durch eine grüne Markierung auf der Karte angezeigt. Sobald man die Mondbasis aber wieder betritt, bemerkt man etwas Ungewöhnliches: Man scheint verdammt viel abgenommen zu haben…
Wieder ein neues Gameplay-Element: Manche Räume wurden stark beschädigt, wodurch die Gravitation dort abgenommen hat, was wiederum heißt, dass man höher springen kann, wodurch man wiederum an neue Türen gelangt. Allerdings ist das nur in sehr wenigen Räumen der Fall.
Das am meisten benutzte neue Element bleibt dann doch das parallele Kontrollieren von 3 Charakteren. Wieder bilden sich daraus viele knackige Kopfnüsse. Aber knackiger wird’s nach dem Ende. Denn während die Eltern in eine sehr gelegen kommende Rakete hüpfen, findet der Sohn eine weitere Tür, die zu harten „Trophy Challenges“ führt, welche man in 2 Minuten absolvieren muss, um die Trophäe zu erhalten. Und das ist verdammt schwer…
Aber ist es schwer genug für euch? Findet es raus:
SHIFT
SHIFT 2
SHIFT 3
SHIFT 4
Fazit von Walter44:
Ihr habt Portal gemocht und/oder mögt knifflige Herausforderungen im Allgemeinen? Ihr schert euch nicht um abwechslungsreiche Grafik und mögt den monochromen Stil? Die kaum erzählte (aber doch vorhandene) Story stört euch nicht? Dann sind die SHIFT-Spiele das richtige für euch! Wer allerdings eine Knobel-Allergie hat, es nicht aushält, von Wänden gehänselt zu werden und mit Zeitdruck nicht klarkommt, dem bereiten diese Games wohl nur Kopfschmerzen. Aber da sie sowieso kostenlos sind, kann man ja mal reinschauen.